Heilsteine

Die vielen umstrittenen medizinischen Wirkungen von Eisenkraut

Obwohl die Pflanze seit der Antike effektiv als Heilmittel verwendet wird, ist bis heute trotz mehrerer Tests keine der im Folgenden beschriebenen Wirkungen von Eisenkraut wissenschaftlich nachgewiesen, weshalb es heutzutage auch nahezu keine Verwendung in der Schulmedizin findet. Dafür erfreut es sich umso größerer Beliebtheit in der Volksmedizin, denn seine Wirkungsbereiche sind äußerst vielfältig.

Die Eisenkraut zugeschriebenen Wirkungen in Antike und Mittelalter


Doch vor der heutigen Anwendung ein kleiner Ausflug in den geschichtlichen Einsatz von Eisenkraut. Germanische Völker haben das Kraut bereits in der Antike gekannt. Und auch in Ägypten, Griechenland, Persien und im Römischen Reich erfreute es sich bereits zur Geburt Jesu Christi großer Beliebtheit. Verwendet wurde es zu dieser Zeit allerdings ausschließlich äußerlich. Es wurde angenommen, dass Eisenkraut eine spezielle Wirkung hat, die die Heilung von Wunden und Geschwüren begünstigt. Hierzu wurden oft Umschläge aus Eisenkraut-Tee um die betroffene Stelle gewickelt.

Grundlegend geändert hat sich diese Anwendungsform erst im Mittelalter, also im 10. beziehungsweise 11. Jahrhundert nach Christus. Verschiedene Äbte empfahlen nun auch die Einnahme von Eisenkraut in Form von Tee, da dies bei Entzündungen im Rachen- und Mundraum besonders wirksam sein sollte. Dies entwickelte sich immer weiter, sodass Eisenkraut schnell Wirkungen im Bereich nahezu jeden medizinischen Gebietes zugeschrieben wurden und es immer vielseitiger verwendet wurde.


Eisenkraut und seine heutigen Wirkungen


Viele dieser damals ausgetesteten Wirkungen von Eisenkraut, an die die Menschen glaubten, vermutet die Volksmedizin auch heute noch, weshalb die Pflanze auch heutzutage relativ universell in vielen medizinischen Bereichen genutzt wird. Dies trifft allerdings nur auf die Volksmedizin zu. In der Schulmedizin hat die in der medizinischen und pharmazeutischen Fachsprache „Verbenae herba“ genannte Pflanze nur sehr bedingt Einzug gefunden. Das liegt an dem fehlenden wissenschaftlichen Nachweis der angeblichen Wirkung von Eisenkraut.

Sofern Mediziner und Wissenschaftler die Verwendung von Eisenkraut empfehlen, so geschieht dies meist in Kombination mit anderen Heilpflanzen wie Enzianwurzel, Primelblüten, Sauerampferkraut und Holunderblüten, da es nur dann wirksam oder zumindest wirksamer sei als bei der alleinigen Benutzung.

In der Volksmedizin hingegen werden Eisenkraut unzählige Wirkungen zugeschrieben. Einige davon sind die folgenden:

  • entzündungshemmend
  • Gallenfluss anregend
  • harntreibend
  • antirheumatisch
  • schlaffördernd
  • neuroprotektiv (nervenstärkend und Migräne lindernd)
  • antibakteriell
  • blutreinigend
  • schmerzstillend
  • krampflösend
  • schweißtreibend
  • Stärkung der Verdauungsorgane und des Stoffwechsels


Besondere Wirkung hat Eisenkraut auch speziell für Frauen. Denn es soll ihre Gebärmutter stimulieren können. Dies führt unter anderem zu erleichterten Geburten, reguliertem Menstruationszyklus mit weniger Beschwerden und Linderung der Wechseljahresbeschwerden.

Eisenkraut und seine noch wenig erforschte Wirkung in der Neurologie


Neben vielen anderen Bereichen werden dem Eisenkraut auch positive Wirkungen auf Patienten mit neurologischen Problemen zugeschrieben. So soll es, wie bereits erwähnt, die Nerven stärken können. Auch starke Kopfschmerzen und eine ausgeprägte Migräne lassen sich angeblich mit Eisenkraut behandeln und lindern. Wissenschaftlich nachgewiesen ist nichts davon.

Bei der Betrachtung des Themas Alzheimer sieht das Ganze schon etwas anders aus. Eisenkraut wird die Wirkung nachgesagt, dass es die geistige Leistungsfähigkeit des Menschen erhöhen soll. Im Zusammenhang damit wurde angenommen, dass das Gewächs neurologische Krankheiten wie Alzheimer heilen könnte. Wie viele andere vermutete Wirkungen von Eisenkraut wurde auch das versucht, wissenschaftlich zu beweisen. Zunächst an Mäusen durchgeführte Tests konnten jedoch widerlegen, dass Eisenkraut die Krankheit heilen könne. Ganz ohne Erfolg waren diese Versuche jedoch nicht. Die im Gehirn der Mäuse durch das Alzheimer bedingten Ablagerungen gingen bei Einnahme der Pflanze in Tee-Form erstaunlicherweise um bis zu 80 % zurück. Doch warum wurde dann die Heilung widerlegt?

Dies ist schnell erklärt. Die Mäuse litten nach wie vor unter der Krankheit. Allerdings konnte durch Gabe von Eisenkraut deren Verlauf verzögert, ja sogar gestoppt werden. Ob dieser Effekt allerdings auch bei Menschen auftritt, wird immer noch erforscht und ist nicht hinreichend belegt.