Eisenkraut

Eisenkraut – bewährte Heilpflanze

Echtes Eisenkraut (Verbena officinalis) ist im Volksmund auch als Katzenblutkraut, Wundkraut, Wunschkraut, Druidenkraut oder einfach als Verbena bekannt. Bereits diese Namensgebung deutet die einstige Wichtigkeit des Krautes an, das früher selbst zum Behandeln von Kriegswunden durch Eisenwaffen eingesetzt wurde. Römische Soldaten trugen das Kraut als Schutz mit sich und es wurde bei den zeremoniellen Reinigungen von Tempelanlagen genutzt. Auch wurde es eingesetzt, um Wunsche und Sehnsüchte zu befriedigen. Das Eisenkraut wurde somit auch ein wichtiger Bestandteil in Liebestränken. Es gehörte also zu den bekanntesten traditionellen Heilpflanzen, findet aber auch heute noch in vielen Bereichen Anwendung.

Herkunft der Heilpflanze

Ein volkstümlicher Name für das Eisenkraut ist Verbena, auch wenn der Begriff heute eigentlich eine andere Pflanze bezeichnet. Verbena oder Zitronenverbena heißt eine verwandte Pflanzenart, die in Südamerika wächst und nach Europa importiert wird. Die Wirkungen der Zitronenverbena ähneln teilweise denen des Heilkrautes, auch wenn die Pflanze anders aussieht. Zudem hat sie einen frischen Citrusgeschmack, weshalb die Verbena vielen Menschen besser schmeckt als das eher bittere Eisenkraut. Um eine heilsame Wirkung mit einem Tee oder einem Sud zu erreichen, sollte aber auf das heimische Eisenkraut zurückgegriffen werden. Dieses Kraut wuchs früher nur im Mittelmeerraum, breitete sich dann aber über die gesamte Nordhalbkugel und in den gemäßigten Breitengraden aus. Eisenkraut wächst mehrjährig und ist als Pflanze ziemlich anspruchslos. Das Kraut ist auch auf sonst eher kargem Boden zu finden, solange eine gute Wasserversorgung gegeben ist. Das Eisenkraut wächst bis zu einem Meter in die Höhe. Die Eisenkraut Pflanze besitzt auch in dieser Höhe nur spärlich Blätter, besitzt aber blasse, lilafarbene kleine Blüten, an denen das Heilkraut gut zu erkennen ist. Häufig kann das Eisenkraut am Wegesrand, in Hecken oder auf Schotterplätzen gefunden werden, wo sie ungefähr ab dem Mai anfängt, ihre Blüten zu tragen.

Die Eisenkraut Pflanze hat mehrere wirksame Inhaltsstoffe, zu denen beispielsweise Alpha-Sitosterol, ätherische Öle, Kaffeesäure und Kieselsäure gehören. Ihr wird daher eine Vielzahl an Heilungsanwendungen zugesprochen.

Zubereitung des Eisenkrauts

Das getrocknete Kraut kann als Eisenkraut Tee in der Apotheke, im Reformhaus, in Onlineshops oder in Drogeriemärkten gekauft werden. Dabei sollte unbedingt auf eine biologische Qualität geachtet werden. Das Kraut ist zudem häufiger Bestandteil von Dragees oder Tropfen, die ebenfalls in der Apotheke erhältlich sind. Wird das verwendete Eisenkraut selbst und frisch gepflückt, sollten dafür die Sommermonate Juni und August gewählt werden. Das Kraut kann dann getrocknet und so haltbarer gemacht werden. Das Kraut sollte zu Hause trocken und ohne Sonneneinstrahlungen gelagert werden. Es kann aber auch direkt frisch weiterverarbeitet werden.

Um das Heilkraut für eigene medizinische Zwecke zu nutzen, gibt es zwei Möglichkeiten. Das Kraut kann entweder wie ein Tee getrunken oder zu einer Tinktur oder einem Sud zubereitet werden.

Für einen Eisenkraut Tee kann das Kraut getrocknet oder frisch verwendet werden. Ca. zwei Teelöffel Verbena officinalis sollten dafür mit heißem Wasser aufgegossen und dann fünf Minuten ziehen gelassen werden. Wird diese Dosis gut vertragen, kann etwas mehr Eisenkraut verwendet oder die Ziehzeit des Tees auf 10 Minuten verlängert werden. Danach wird der Eisenkraut Tee durch ein Sieb gegeben, um die Pflanzenbestandteile herauszufiltern. Falls der Eisenkraut Tee selbst zu bitter erscheint, kann er mit Honig oder Agavendicksaft gesüßt werden. Alternativ kann die verwandte Verbena aus Südamerika genutzt werden. Diese schmeckt angenehmer, entwickelt aber nicht die vollständige

Wirkung des heimischen Eisenkrauts.

Für eine äußere Anwendung bietet sich eine Tinktur beziehungsweise ein Aufguss an. Dazu werden ca. 1 1/2 Hände voll Eisenkraut auf einen Liter heißes Wasser gegeben. Dieses kann dann als Gurgelwasser, Mundspülung oder Fußbad genutzt werden. Zudem können Kompressen in dem Aufguss eingeweicht werden. Diese werden danach genutzt, um Muskelverspannungen zu lösen oder Muskelrheuma zu behandeln. Alternativ können auch frische Blätter direkt auf die Haut aufgelegt werden.

Anwendung des Eisenkrauts

Die Anwendungsgebiete der Verbena officinalis sind vielfältig. Inwiefern eigene Beschwerden mit einem Tee oder einem Sud des Krauts gelindert werden können, sollte am besten selbst ausprobiert werden. Wird das Kraut gut vertragen, kann es einige andere Mittel in der Hausapotheke bald ersetzen:

Zu einer Erstversorgung kleiner Wunden, beispielsweise Schnittwunden oder Brandwunden, reicht es häufig aus, frisches und zerdrücktes Eisenkraut auf die Wunde zu legen. Der dabei austretende Saft hilft dann bei der Wundheilung, da er entzündungshemmend wirkt. Ein weiteres Naturheilmittel zur besseren Wundheilung ist Manuka Honig, mehr Informationen zum Manuka Honig finden Sie unter Natrea.de. Zudem wird dem heilenden Kraut nachgesagt, blutstillend zu wirken. Nach dieser ersten Behandlung können später in Sud eingelegte Kompressen genutzt werden, um die Wirkung des Krauts auf die Wunde wirken zu lassen. Diese Umschläge sollten mehrmals täglich aufgelegt werden.Diese entzündungshemmende Wirkung lässt sich auch bei Erkrankungen der Atemwege und Nasennebenhöhleninfektionen nutzen. Dies ist heute zudem einer der Hauptanwendungsgebiete für das Eisenkraut, da es nachweislich entzündungshemmend ist und möglicherweise auch auswurffördernd wirken kann. Ein Tee aus Eisenkraut kann somit Husten, Halsschmerzen oder entzündete Schleimhäute lindern und Personen beim Abhusten helfen. Bei Erkrankungen im Mundbereich kann das verwendete Eisenkraut helfen, Entzündungen zu vermindern oder vorzubeugen. Auch Personen mit Asthma oder einer Mandelentzündung sollen von einem Tee des Eisenkrauts profitieren können. Zudem wirkt das Kraut schweißtreibend. Patienten, die bei ihrer Erkältung zudem von Fieber geplagt sind, können so ihren Körper bei der Schweißproduktion unterstützen. Damit das verwendete Eisenkraut Atemwegserkrankungen und Nasennebenhöhlenentzündungen schnell lindern kann, sollte es am besten in Kombination mit anderen Heilpflanzen angewendet werden. Dazu gehören Primelblüten, die Enzianwurzel, Holunderblüten und das Kraut der Sauerampfer. Tees mit diesen Pflanzenbestandteilen können in der Apotheke oder dem Reformhaus gekauft oder selbst hergestellt werden.

Aber auch bei anderen Beschwerden kann das Kraut hilfreich sein, und so auf natürlichem Wege andere Medikamente ersetzen. So können Schmerzen und Krämpfe mit einem Eisenkraut Tee oder einem Wickel um den Unterleib oder die betroffenen Stellen gelindert werden. Hiervon können insbesondere Frauen profitieren, die unter Menstruationsschmerzen leiden oder einen unregelmäßigen Zyklus behandeln wollen. Auch Beschwerden während der Wechseljahre soll das Kraut lindern können. Dazu wird das Kraut direkt in das Badewasser gegeben, um den Uterus zu stimulieren. Hier empfehlen sich auch pflanzliche Seifen, von denen die Hersteller die Vorzüge des verwendeten Eisenkrauts erkannt haben. Der Duft wirkt dann gleichzeitig erfrischend und beruhigend und das Kraut kann mit seinen krampflösenden Wirkstoffen gut in die Haut eindringen. Die Körperpflege mit diesem pflanzlichen Inhaltsstoff wird häufig auch bei Patienten mit Rückenschmerzen oder rheumatischen Beschwerden eingesetzt.

Ein Tee mildert zudem Verdauungsstörungen und Probleme mit den Harnwegen. Der Eisenkraut Tee wirkt harntreibend, weshalb es bei Blasenentzündungen und Harnwegsinfekten ratsam ist, Eisenkraut zu sich zu nehmen. Durch den harntreibenden Tee werden Krankheitserreger aus der Blase und den Harnwegen geschwemmt, so wird die Heilung vorangetrieben. Wegen dieser harntreibenden Wirkung wird das Eisenkraut häufig auch als Fastentee empfohlen, da es die selbstreinigende Funktion des eigenen Körpers unterstützen kann.

Wer Probleme mit dem Einschlafen hat oder aktuell etwas gereizt ist, sollte es ebenfalls mit einem Tee der Verbena officinalis probieren. Der Eisenkraut Pflanze wird eine nervenberuhigende Wirkung nachgesagt, die Anspannungen löst und so ein besseres Einschlafen ermöglicht. Dieses soll an dem enthaltendem Verbenalin liegen, welches beruhigend wirkt. Dafür wird über den Tag verteilt ca. 1 Liter des Tees zu sich genommen. Zudem soll ein Eisenkraut Tee Kopfschmerzen und sogar Migräne lindern. Um diese Wirkung zu unterstützen können auch Sudumschläge auf die betroffenen Stellen des Kopfes gelegt werden.

Wer lieber den frischen, zitronigen Duft der Verbene bevorzugt, kann fertige Produkte mit diesem Zusatz in der Apotheke, in Reformhäusern, Drogeriemärkten oder bei Online Versandhändlern erwerben. Hier sind insbesondere die Seifen mit Verbene Zusatz zu empfehlen. Mit ihrem höheren Fettgehalt sind sie häufig auch für den gesamten Körper und die Haare geeignet, ohne dass sie austrocknend wirken. Der Duft der Verbene verspricht nicht nur eine erfrischende Dusche am Morgen, sondern auch eine beruhigende Wirkung bei Nervosität oder Schlafproblemen. Dieses wäre beispielsweise eine gute Kombination, um die Wirkungen eines Tees auf das eigene Schlafverhalten zu verstärken.

Eine schöne Seife oder eine Flüssigseife im Spender mit dem Zusatz der Zitronenverbene oder des Eisenkrauts ist allein wegen des Duftes eine Bereicherung beim Händewaschen. Sind regelmäßig kleinere Verletzungen an den Händen vorhanden, beispielsweise durch eine entzündete Nagelbetthaut, Schnittwunden oder kleinere Kratzer durch Tiere, ist die Seife zudem mit einer entzündungshemmenden Wirkung ausgestattet und hilft bei der Wundheilung.

Mögliche Nebenwirkungen bei der Anwendung von Eisenkraut

Wie auch bei anderen Heilpflanzen möglich, können einige Personen auch bei einer geringen Dosis empfindlich auf das verwendete Eisenkraut reagieren. Daher sollte bei gekauften Produkten wie Tees oder Dragees unbedingt die Gebrauchsanweisungen befolgt werden, um einer Überdosis zu vermeiden. Auch auf einen selbsthergestellten Tee mit der Verbena officinalis können Menschen negativ reagieren. Dies betrifft dann meistens den Magen-Darm-Trakt und kann Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall hervorrufen. Bei dem Auftreten von Beschwerden sollte dann das weitere Vorgehen mit einer Ärztin abgesprochen werden, um Nebenwirkungen zu vermeiden.

Auch Kontaktallergien sind möglich. Vor der ersten äußeren Anwendung des Eisenkrauts sollte daher ein Test an einer unempfindlichen Hautstelle vorgenommen werden, beispielsweise in der Armbeuge. Verläuft dieser negativ, können Sudumschläge ohne weitere Bedenken angewendet werden.

Schwangeren wird von der Einnahme von Eisenkraut abgeraten, da dieses die Uteruskontraktion fördern soll. Vor der Geburt wird diese Wirkung allerdings dann zur Förderung der Wehen genutzt, um den Geburtsvorgang zu unterstützen und zu beschleunigen. Das Verwenden von Eisenkraut sollte von Schwangeren oder stillenden Frauen daher immer mit einem Arzt oder einer Hebamme abgesprochen werden, um Komplikation auszuschließen und weder das Kind noch die Frau durch eine falsche Dosierung in Gefahr zu bringen.